Russland

FIDE setzt Mitgliedschaft des russischen Schachverbands vorläufig aus

Der Weltschachverband (FIDE) hat die Mitgliedschaft des Russischen Schachverbands ausgesetzt. Der russischen Seite wird vorgeworfen, ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs nicht zu befolgen. Russische Spieler sind aber von der FIDE-Entscheidung nicht betroffen.
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Der Rat des Internationalen Schachverbands (FIDE) hat die Mitgliedschaft des Russischen Schachverbands (FSchR) vorläufig ausgesetzt. Grund dafür sei die Nichtumsetzung eines Urteils des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS), teilte die FIDE mit. Nach Angaben des Verbands habe die Entscheidung keine Auswirkungen auf die Teilnahme russischer Schachspieler an internationalen Wettbewerben. Ferner hieß es in der Pressemitteilung, dass die Frage der Sanktionen bei der nächsten Generalversammlung diskutiert werden könnte. Möglich wäre eine Abstimmung über die Angelegenheit.

Die Entscheidung der FIDE stieß in Russland auf Kritik. Der erste stellvertretende Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Sport Wjatscheslaw Fetissow bezeichnete die Maßnahme als "eine weitere Demütigung". Zugleich zeigte sich der Parlamentarier überzeugt, dass die Arbeit des FSchR dadurch nicht beeinträchtigt werde. Der zweimalige Eishockey-Olympiasieger sagte:

"Ich bin mir sicher, dass der Verband die Entwicklung des Schachspiels im gesamten Land weiter vorantreiben wird."

Bereits im März hatte der CAS einer Berufung der Ukraine gegen den FSchR teilweise stattgegeben. Dem Urteil zufolge musste der russische Verband innerhalb von 90 Tagen sämtliche Aktivitäten in den Gebieten Lugansk, Donezk, Cherson, Saporoschje sowie auf der Krim einstellen. Bei Nichtbefolgung drohte der russischen Seite eine dreijährige Suspendierung.

Am 9. Juni hatte die FIDE den FSchR aufgefordert, über die Schritte zur Einstellung seiner Aktivitäten in den betreffenden Gebieten Bericht zu erstatten. Der Verband erklärte daraufhin, dass er in Fragen seiner Tätigkeit in diesen Regionen ausschließlich nach der russischen Verfassung und den Gesetzen des Landes handle.

Ende 2025 hatte die Generalversammlung der FIDE mit 61 zu 51 Stimmen die Rückkehr russischer Schachspieler zu internationalen Wettkämpfen unter nationaler Flagge und Hymne unterstützt.

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